Der Terrasse

blick auf die Stadt

Geschichte

Das Gebäude  entstand dank einer langen Reihe von unerwarteten Zufällen: Architekt Vlado Milunić wohnte im Nachbarhaus, das der Familie Havel gehörte. Im Jahre 1986 (es herrschte noch ein tief totalitäres Regime) bat ihn Václav Havel (damals Volksfeid Nr. 1) ein Projekt auszuarbeiten um die gemeinsame Wohnung beider Havel-Brüder zu teilen. Der Umbau wurde unter aufmerksamer Assistenz der Staatspolizei durchgeführt. Während der Bauarbeiten kamen  der Architekt Frank Gehry mit Václav Havel ab und zu ins Gespräch. Im Laufe ihrer gemeinsamen Gesprächesprachen beide unter anderem auch über ihre Wunschvorstellung (damals schien sie völlig naiv und unrealisierbar), wie schön es wäre, wenn auf der brach liegendem Nachbarparzelle, die gegen Ende des zweiten Weltkriegs versehentlich ausbombardiert wurde, ein Gebäude stehen würde,  das ausschließlich der Kultur gewidmet wäre.
 
Danach – einem Wunder ähnlich – erfolgte die Samtene Revolution und  Volksfeind Václav Havel wurde Präsident.  Havel entschloss sich nun seine frühere Vorstellung zu realisieren. Vlado Milunić  wurde beauftragt eine Studie für ein Eckgebäude auszuarbeiten, das kulturellen Aktivitäten dienen würde. Der Präsident äußerte folgenden Wunsch: das Haus, welches auf Grund  und zugleich als  Folge  der Samtenen Revolution entstand, muss  ihre Reflexion darstellen. Deshalb schlug er ein Objekt vor, das aus zwei Teilen bestehen würde: einem statischen und einem dynamischen. Diese beiden Teile sollten die damalige Gesellschaft reflektieren: aus ihrem größeren – totalitären, statisch vertikalen Teil sonderte sich ein kleinerer, dynamischer Teil ab und begab sich auf den Weg der demokratischen Änderungen, führte zum gesellschaftlichen Umbruch.  Das Projekt fand bei Pavel Koch (einem Freund von Vlado Milunić), der zufälligerweise  gerade in Prag als Vertreter  der holländischen Firma Nationale Nederlanden weilte, großen Anklang. Aus taktischen Gründen wurde für die Realisierung des Gebäudes ein passender Partner, Architekt Frank Gehry  gewählt. Und so kam es,  dass zwei Architekten aus verschiedenen Teilen unserer Erde in seltenem Einklang - und auch dank der finanziellen Unterstützung von holländischen Gulden - der Stadt Prag ein herrliches, mutiges, gewagtes Geschenk bauten, das zum positiven Symbol der Stadt wurde: einen Freudetanz  über das Ende des totalitären Regimes.
 
Das Tanzende Haus ist ein einmaliges, prächtiges Gebäude , das zum unteilbarem Bestandteil von Prag wurde. Auf dem Rašín-Kai und dem Jirásek Platz befand sich seit 1945 eine brach liegende Parzelle. Das Wohnhaus, das auf dem Grundstück vorhin stand, wurde am 14. 2. 1945 (ebenso wie das Kloster Emauzy- Emmauskloster) versehentlich durch die Bomben amerikanischer Flugangriffe, als die Amerikaner Prag mit Dresden verwechselten, vernichtet. Nach definitivem Abräumen der Trümmer im Jahre 1960 und  dann weitere 30 Jahre lang konnten sich die Regierungen nie auf einem Objekt einigen, das die leere Parzelle  beleben würde.
 
Das Tanzende Haus entwarfen in gemeinsamer Zusammenarbeit der kroatische Architekt Vlado Milunić,der kanadische Architekt Frank O. Gehry, das Interieur die britische Architektin tschechischer Abstammung Eva Jiřičná. So entstand das heutige Gebäude, das in seiner Stahlbeton-Konstruktion neun Stockwerke im Obergeschoss und zwei  Stockwerke im Untergeschoss verbirgt. Zur Zeit befindet sich im Gebäude ein neu eröffnetes Luxus-Hotel, das seinen Gästen 21 luxuriöse Zimmer mit unvergesslichem Ausblick auf die Prager Burg anbietet, weiter ein Café im obersten Stockwerk des Restaurants. Auf dem Gipfel des Gebäudes befindet sich eine Aussichtsterrasse, von der aus man Prag bewundern kann und das Stadtpanorama durch eine Rundaussicht von 360 Grad  betrachten kann.
 
Den Namen  erhielt das Gebäude aufgrund seiner beiden Türme, welche an  die weltberühmten Tänzer Ginger Rogers und Fred Astair erinnern  sollen. Die statische Seite des Bauwerks, der steinerne Turm,  symbolisiert den Tänzer.  die Tänzerin in ihrem Faltenkleid, die sich an ihren Tanzpartner schmiegt, stellt der grazile, gläserneTurm dar. Der Turm, der den Tänzer symbolisiert, trägt an seiner Spitze eine Kuppel mit Konstruktion aus Edelstahlrohren, die mit einem rostfreien Maschendrahtnetz bezogen sind. Das soll den Kopf und die Haare der sagenhaften Gorgonen-Schwester Medusa darstellen. Beide Teile sind vertikal getrennt und auf einzelnen Ebenen nicht miteinander verbunden.
 
Das Tanzende Haus durchtanzte sich im Jahre 1996 zu seiner Eröffnung  und noch im demselben Jahr gewann es den Prestige-Preis der amerikanischen Zeitschrift Time in der Kategorie Design des Jahres. Nicht minder bedeutungsvoll ist auch die Tatsache, dass dieTschechische Nationalbank auf ihren Gedenkmünzen das Gebäude als Vorbild  zeitgenössischer Gebäude für den Zyklus Zehn  Jahre der Architektur abbilden ließ. Das Tanzende Haus gehört, gehörte und wird wahrscheinlich noch lange Zeit zu denwidersprüchlichsten Gebäuden der neuen Prager Architektur gehören, die in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden.
Business Angebot

Business Angebot

Übernachtung im Doppelbettzimmer für 1 Person mit einer Upgrading-Möglichkeit in ein De Luxe-Zimmer
Nacht im Tanzhaus

Nacht im Tanzhaus

mit Blick auf die Prager Burg und ein romantisches Abendessen im Restaurant Ginger & Fred
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